Die ehrliche Antwort lautet: Es hängt von Ihrer Haltedauer, Ihrem Eigenkapital und dem konkreten Objekt ab. Hier ist die Rechnung, mit der Sie es selbst beurteilen können.
Vorab: Wir geben keine Preisprognosen ab. Niemand weiß, wo die Frankfurter Kaufpreise in fünf Jahren stehen, und jede Rechnung, die auf einer angenommenen Wertsteigerung aufbaut, ist eine Wette. Was man dagegen seriös rechnen kann, ist die Frage: Bei welchen Bedingungen ist Kaufen wirtschaftlich vertretbar – auch ohne Wertsteigerung?
Die schnellste Einordnung eines Angebots liefert der Vervielfältiger, auch Kaufpreis-Miet-Verhältnis genannt:
Vervielfältiger = Kaufpreis ÷ Jahresnettomiete
Beispiel: 600.000 € Kaufpreis, 1.800 € Nettomiete monatlich = 21.600 € im Jahr.
600.000 ÷ 21.600 = 27,8 – das entspricht einer Bruttorendite von
3,6 %.
Wie ist das zu lesen? Ein Vervielfältiger von 28 bedeutet: Sie zahlen 28 Jahresmieten für das Objekt. In Frankfurt und anderen Metropolen liegen die Werte seit Jahren deutlich höher als in ländlichen Regionen – deshalb ist der Vervielfältiger kein absoluter Maßstab, sondern ein Vergleichsinstrument: zwischen Objekten, Stadtteilen und gegenüber der Alternative Miete.
Der klassische Fehler ist, die Kaufrate mit der Miete zu vergleichen. Das ist falsch in beide Richtungen: Die Rate enthält Tilgung – also Vermögensaufbau –, aber beim Kauf kommen Kosten hinzu, die ein Mieter nicht trägt.
| Position | Mieten | Kaufen |
|---|---|---|
| Monatliche Grundbelastung | Nettomiete | Zinsanteil der Rate |
| Vermögensaufbau | Anlage des freien Kapitals | Tilgungsanteil der Rate |
| Nicht umlagefähige Betriebskosten | – | Verwaltung, Bankgebühren |
| Instandhaltung | – | ca. 1,00–1,50 €/m² monatlich |
| Grundsteuer | über Nebenkosten | direkt |
| Opportunitätskosten | – | Rendite, die das Eigenkapital anderswo brächte |
| Einmalig verloren | – | ca. 10 % Kaufnebenkosten |
| Flexibilität | Kündigungsfrist | Verkauf dauert Monate und kostet |
Fairer Vergleich heißt deshalb: Zinsanteil plus laufende Eigentümerkosten gegen Nettomiete – und den Tilgungsanteil gegen das, was ein Mieter mit derselben Summe sparen und anlegen würde.
Der wichtigste Einzelfaktor ist die Haltedauer. Rund 10 % Kaufnebenkosten – in Hessen maßgeblich getrieben von 6,0 % Grunderwerbsteuer – sind endgültig weg. Sie müssen über die Zeit durch Tilgung, ersparte Miete oder Wertentwicklung wieder aufgeholt werden.
Unter etwa acht bis zehn Jahren Haltedauer ist ein Kauf wirtschaftlich riskant, wenn Sie nicht auf Wertsteigerung setzen wollen. Wer absehbar berufsbedingt umziehen könnte, sollte das ernst nehmen.
Zwei steuerliche Punkte, die zur Haltedauer gehören:
Am Ende bleibt ein Teil der Entscheidung außerhalb jeder Tabelle: Gestaltungsfreiheit, Sicherheit vor Eigenbedarfskündigung, das Gefühl, für die eigene Familie etwas aufgebaut zu haben. Diese Punkte sind real, auch wenn sie keinen Eurobetrag haben. Umgekehrt ist Miete keine Verschwendung, sondern der Preis für Flexibilität und für die Möglichkeit, Kapital anders anzulegen.
Unsere Rolle dabei ist nüchtern: Wir sagen Ihnen, welcher Kaufpreis für Sie finanzierbar ist, wie hoch die Rate wäre und was nach Ablauf der Zinsbindung an Restschuld übrig bleibt. Mit diesen drei Zahlen können Sie die Entscheidung selbst treffen – und wenn die Antwort „erst mal weiter mieten" lautet, sagen wir das auch.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Alle Rechenbeispiele sind unverbindliche Modellrechnungen und kein Angebot. Konkrete Konditionen hängen von Objekt, Bonität, Eigenkapital und der jeweiligen Bank ab und werden im persönlichen Gespräch ermittelt. Stand der Informationen: Juli 2026.
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